Info-Abend in Bad Staffelstein zur naturnahen Grabgestaltung: Wenn Trauer und Leben sich treffen

Zu einem Informationsabend über naturnahe Grabgestaltung hatte kürzlich der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen eingeladen. Zahlreiche Interessierte waren dazu ins evangelische Gemeindezentrum gekommen, um den Ausführungen der Referentinnen Monika Löffler, Tanja Zacher und Michaela Mann zu folgen. Monika Löffler, ehemalige Floristin, zeigte anhand zahlreicher Fotos, wie naturnahe Grabgestaltung aussehen kann und welche Möglichkeiten sich in der praktischen Umsetzung bieten. Dabei ging sie auch auf die Problematik der herkömmlichen saisonalen Wechselbepflanzung mit einjährigen Blumen ein. Diese würden häufig unter hohem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln produziert, oftmals im Ausland gezogen und nach kurzer Zeit entsorgt.

Nur Kunstblumen verboten

Schon während ihres Vortrags nutzten die Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, konkrete Fragen zur Pflanzenauswahl und Gestaltung zu stellen. Löffler gab hierzu praktische Tipps und Hinweise. Auch die Frage nach möglichen Einschränkungen durch die Friedhofsordnung in Bad Staffelstein wurde angesprochen. Diese beträfen jedoch lediglich das Verbot von Kunstblumen, erklärte die Referentin. Im Anschluss erläuterte Tanja Zacher von der Didaktik der Naturwissenschaften an der Universität Bamberg am Beispiel der Wildbienen die Bedeutung naturnaher Friedhöfe für die Artenvielfalt. Friedhöfe hätten früher vielen Insektenarten wertvolle Lebensräume geboten. Moderne Pflanzenzüchtungen, die in einer Vorblüte verharren oder mit gefüllten Blüten, sowie exotische Arten sähen zwar attraktiv aus, böten Bienen und Schmetterlingen jedoch kaum Nahrung.

Durch angepasste Pflege – etwa das Stehenlassen von Pflanzenstängeln über den Winter, den Verzicht auf häufiges Umgraben oder behandelte Friedhofserde – könnten wieder wichtige Lebensräume entstehen, betonte Zacher. Friedhöfe könnten so erneut zu lebendigen Orten werden und einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten.

Freude bereitet

Von ihren persönlichen Erfahrungen berichtete anschließend Michaela Mann. Sie schilderte die Umstellung von einer einjährigen auf eine mehrjährige Bepflanzung eines Familiengrabes. Während einige Pflanzen sich sofort gut entwickelt hätten, seien bei anderen Nachbesserungen nötig gewesen. Ihr Fazit nach einem Jahr: Fachliche Beratung und Anregungen, beispielsweise über den NABU, seien hilfreich und lohnenswert. Gleichzeitig sei die naturnahe Gestaltung ein spannender Weg, der viel Freude bereite. Bei jedem Besuch am Grab entstehe der Gedanke, dass dies auch den verstorbenen Angehörigen gefallen hätte. Ein gemeinsamer Spaziergang über den Friedhof rundete die gelungene Veranstaltung ab und bot Gelegenheit zu weiterem Austausch unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Da diese Veranstaltung auf so viel Resonanz gestoßen ist, wird der Kreisverband Bündnis90/Die Grünen dieses Format in Kürze auch in Lichtenfels anbieten. Die Ankündigung hierzu mit Ort und Zeit wird wieder über das Obermain-Tagblatt bekannt gegeben.

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