Grüne Kreistagsfraktion informiert sich über Technologietransferzentrum Oberfranken

Pressemitteilung vom 28. September 2026

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Landkreis Lichtenfels ist zwischen 2019 und 2025 um 2.282 Personen beziehungsweise 7,9 Prozent auf 26.608 gesunken. Besonders stark betroffen ist das verarbeitende Gewerbe: Innerhalb von sechs Jahren ging dort rund jeder vierte Arbeitsplatz verloren. Vor diesem Hintergrund besuchte die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen mit Sandra Nossek, Sebastian Callens, Mathias Söllner und Dr. Susann Freiburg gemeinsam mit Kreisrat Frank Novotny, Gemeinderätin Barbara Schatz und weiteren Interessierten das Technologietransferzentrum (TTZ) Oberfranken „Digitale Intelligenz“ in Bad Staffelstein.

Dr. Johannes Schütz, operativer Geschäftsleiter des TTZ, stellte die Arbeit der Einrichtung vor und führte durch die Labore. Das kooperative TTZ mit Standorten im Landkreis Lichtenfels und in Kronach soll Forschung und Unternehmen enger zusammenbringen. Gerade kleinen und mittleren Betrieben fehlen häufig eigene Kapazitäten für Forschung und Entwicklung. Das TTZ kann hier bei innovativen Fragestellungen unterstützen – ohne Leistungen anzubieten, die bereits Stand der Technik sind und damit in Konkurrenz zu bestehenden Unternehmen treten würden.

Bayernweit gibt es derzeit 52 TTZ-Standorte. In der Anlaufphase finanziert der Freistaat über die Initiative „Hightech Transfer Bayern“ in der Regel Laborausstattung und Personal; die Unterbringung wird vor Ort bereitgestellt. Für den Standort im Landkreis Lichtenfels stehen bis 2028 knapp vier Millionen Euro zur Verfügung. Derzeit ist das TTZ in einer ehemaligen Autolackiererei in Bad Staffelstein untergebracht. Perspektivisch soll es in die sanierte Kirschbaummühle in Lichtenfels umziehen, deren Fertigstellung derzeit für Anfang 2028 vorgesehen ist.

Beim Besuch berichtete Schütz von inzwischen 24 Beschäftigten am Standort und von bereits eingeworbenen Fördermitteln und wirtschaftlichen Beauftragungen in Millionenhöhe. Ob das TTZ nach der Anschubphase in eine dauerhafte staatliche Grundfinanzierung übernommen wird, hängt von einer positiven Evaluierung ab. Dabei spielen unter anderem Projekterfolge, Drittmittel, Veröffentlichungen, Patente und Ausgründungen eine Rolle.

Das derzeit größte Vorhaben ist das Forschungsprojekt „inAdditiv“. Es wird mit 5,28 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und des Freistaats Bayern gefördert. Ziel ist es, vor allem kleine und mittlere Industrieunternehmen bei der Digitalisierung und Automatisierung ihrer Produktion zu unterstützen. Additive Fertigung dient dabei als Anwendungsfeld, um unter anderem Künstliche Intelligenz, Sensorik, Robotik und Automatisierung zusammenzuführen und die gewonnenen Lösungen auf weitere Produktionsprozesse zu übertragen.

„Angesichts des starken Beschäftigungsrückgangs in unserer Industrie brauchen wir im Landkreis Einrichtungen, die Innovation in die Unternehmen bringen und den Strukturwandel konkret begleiten“, so die Fraktionsvorsitzende Freiburg. Das TTZ sei deshalb ein wichtiger Baustein für die wirtschaftliche Entwicklung des Landkreises.

Verwandte Artikel